From Publishers Weekly
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Review
Middle East By L. Carl Brown
From Foreign Affairs, May/June 2007
Israel and Palestine: Peace Plans and Proposals from Oslo to Disengagement. Galia Golan. : Markus Wiener, 2007, 240
In the almost 14 years since the Oslo accords seemed to promise an Israeli-Palestinian settlement, there have been 11 additional peace initiatives -- Camp David, Taba, and the road map, among others. There have been bilateral and multilateral negotiations, unilateral actions, and initiatives by Israeli and Palestinian private citizens (the July 2002 Nusseibeh-Ayalon petition and the October 2003 Geneva accord).The literature on these years, including writings by many of the principal participants (which have all the strengths and weaknesses typical of that genre of historical reconstruction), is sprawling and contested. Happily, Golan's account is neither. Golan wastes not a word in tackling these different initiatives in chronological order; texts of the more important are included as appendices. She sets out clearly what took place in each, explaining rather than blaming the different parties involved. Her succinct account, for example, of the much-disputed Arafat-Barak-Clinton meetings at Camp David in 2000 is a gem. The Israeli-Palestinian issue is not, she makes clear, caught in a vicious circle. The outline of a probable settlement is now clearly in view, even if the obstacles to such an outcome are great and perhaps growing.
To Golan's list of peace initiatives since 1993 one should now add a 12th. In the Saudi-brokered Mecca agreement, announced on February 8, Fatah and Hamas backed away from the brink of civil war and agreed to form a Palestinian national unity government. This would replace the Hamas-led government that neither Israel nor the Quartet (the United States, the United Nations, the European Union, and Russia) would deal with unless it signed on to specific preconditions, including explicit recognition of Israel -- which Hamas would not do. Hamas has still not said all the right words, but the Mecca agreement and later statements contain circumlocutions that point to the acceptance of a two-state solution. The immediate responses have ranged from wary to somewhat encouraging. This International Crisis Group report provides an informative and timely account of the immediate context that produced the Mecca agreement and, an added bonus, offers precise suggestions (as do all ICG reports) of what steps each of the concerned parties should take next. -- Foreign Affairs May/June 2007
Wer denkt noch an die Episode des sonnigen Tages im September 1993 auf der Wiese des Weissen Hauses, wo sich Yitzhak Rabin und Yasir Arafat vor Bill Clinton die Hand gereicht haben? Endlich, endlich, alle atmeten auf. Aber in den Jahren seither tobten heftige Konfliktstürme zwischen den Palästinensern und den Israeli, wo so viele Opfer zu beklagen waren. Wer mag da noch von Frieden reden?
Und doch ist es richtig, so zeigt es Galia Golan in ihrer jüngsten Publikation, noch einmal die zwölf Ansätze für Friedenspläne Revue passieren zu lassen. Die einstige Professorin der Hebräischen Universität in Jerusalem hat überraschende Einsichten: Einige der Elemente des als unlösbar geltenden Konflikts seien nun gelöst. Da ist der Frieden mit Ägypten, der seit zweieinhalb Jahrzehnten hält und gar die israelische Invasion in Libanon Anfang der achtziger Jahre überdauert hat. Zwar ist der Frieden zwischen den beiden Seiten noch kalt. Doch schreibt Golan zu Recht, es sei immerhin so viel Vertrauen gewachsen, dass in Israel vor der Räumung des Gazastreifens voriges Jahr der politische und militärische Einbezug der Ägypter erwogen worden sei. Etwas jünger, aber nicht minder stabil sei der Frieden zwischen Israel und Jordanien. Er wurde 1994, ein Jahr nach jener Szene vor dem Weissen Haus, geschlossen. Mehr noch. Laut Golan sind die Beziehungen zwischen Amman und Westjerusalem «lebendig und warm auf allen Ebenen». Der junge König Abdullah weckt viel Hoffnung. Zudem herrsche Ruhe an der israelisch-syrischen Front, ruft Golan in Erinnerung, seit der Truppenentflechtung vor 33 Jahren. Die beiden Seiten hätten nach spontanen Gesprächsrunden dicht vor der Übereinkunft gestanden. So gebe es, erklärt die Aktivistin der Friedensbewegung «Shalom Achshav», zumindest einen Ausweg aus diesem arabisch-israelischen Konflikt.
Freilich beendete sie ihr Manuskript Mitte des vorigen Jahres, als der Krieg zwischen Israel und Libanons Hizbullah noch nicht im Gange war. Aber der Waffengang ändert wenig an ihrer sachlichen Analyse über die Vor- und Nachteile bisheriger Ansätze seit den neunziger Jahren. Die Autorin denkt, dass der Konflikt zwischen den Staaten fast zum Abschluss gekommen sei. Selbst hierbei mag man ihr noch folgen. Denn dieser Zwist war ab 1964 damit vertieft worden, dass vor allem nichtstaatliche Akteure wie die PLO stark radikalisiert wurden. Deren Terror heizten Führer in Kairo, Damaskus und Amman an - und sie rissen sich wechselseitig in ihre Niederlage von 1967 hinein. Dass diese Staaten sich solcher Radikalen entwunden und ihre Sprache mit Israel gefunden haben, stimmt nur optimistisch.
Wenn da nicht retardierende Momente wären. Zwar haben zwei Staaten mit Israel Frieden geschlossen, doch folgen dem noch nicht die vom Konflikt entfernten Länder. Auch zündeln globale Kreise der Islamisten an Kriegsherden. Galia Golan hingegen verweist auf die saudische Friedensabsicht im Jahr nach dem Terroranschlag gegen Amerika: Kronprinz Abdullah plädierte für normale Beziehungen mit Israel in einer Friedensregelung. Kurz darauf bestätigten dies die arabischen Staats- und Regierungschefs an ihrem Beiruter Gipfel. Aber es gibt noch Stolpersteine wie die Frage des Staats Palästina, Jerusalem oder die Flüchtlinge, deren Rückkehrrecht umstritten ist. Zudem rief Irans Präsident dazu auf, Israel auszulöschen. Er unterstützt den Hizbullah und die Hamas in Syrien, Libanon und Gaza. Überdies ist Palästina gespalten, was aber auch eine Chance im Westjordanland ist. Daher mag die heutige Lage mit diesem Mix von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren an die Situation vor dem Krieg 1967 erinnern. Stehen wir also nun vor einem Ausbruch oder einem Ausweg? Golan hat die Pläne gut dokumentiert und erörtert - eine wahre Fundgrube. Wolfgang G. Schwanitz
Galia Golan: Israel and Palestine. Peace Plans From Oslo To Disengagement. Markus Wiener Publishers, Princeton 2007. 230 S., $ 24.95. -- Neue Zuericher Zeitung --This text refers to an out of print or unavailable edition of this title.



