Caravaggios Realismus und die dramatisch gesteigerten Kontraste seiner Helldunkelmalerei erschienen den Zeitgenossen revolutionar und pragten die Kunst des Barock entscheidend. Die inneren Zusammenhange, die Voraussetzungen und Wandlungen dieser malerischen Leistungen werden hier genetisch und ikonologisch untersucht. Die Polaritat von Licht und Finsternis fuhrt zu einem modernen Begriff des Bildes, das auf Kosten der Menschen und Dinge, die in ihm erscheinen, asthetisch autonom wird. Die Konsequenzen, die dieses Helldunkel hat, erschuttern die traditionellen Strukturen der Farbgebung und damit ebenso jene von Raum, Zeit, Korper und Stofflichkeit. In exemplarischen Einzelanalysen wird gezeigt, wie tief diese neue Asthetik gerade auch in die Bildinhalte eindringt und sie verandert. (Franz Steiner 1992)
