„The revolution is dead“ von Blutmond ist eine der CDs, die auf den ersten (und auch zweiten) Blick schwer zu greifen sind.
Kennt man diese Band, wundert man sich über die Entwicklung vielleicht gar nicht mehr, aber wer unbedarft und ohne Vorkenntnisse heran geht, gerät schon mal ins Grübeln beim Ansehen der CD (Bandname: vielleicht Gothic? – Cover: Metalcore??,…) und wird wohl trotzdem daneben liegen…
Mögen die Ursprünge durchaus im Black Metal liegen, so saugt die Band einen dermaßen wilden Metal-Mix auf und speit sie dem Hörer verbal um die Ohren, dass man sich auch nach dem fünften Hören fragen kann, in welche Schublade diese CD wohl am besten passt. Einfache Antwort: in keine.
Wer sich vom Schubladendenken löst, bekommt eine sehr gute CD serviert, die sich avantgardistisch aus Black Metal, Jazz, Klassischem Heavy Metal, Metalcore und was weiß ich bedient.
Darum schreibe ich auch nur allgemein, zu wenig greifbar ist diese CD. Die 30-Sekunden-Soundschnipsel hier treffen auch gar nicht, denn innerhalb eines einzelnen Songs können schon mal mehrere Stile und Breaks aufeinander treffen. Sehr interessant und lange spannend bleiben.
Auffällig und sehr stimmig kommt übrigens das Saxophon als fester Bestandteil rüber, ohne zu dominieren.
Es gibt ruhige Saxophon- und Keyboard-Passagen, kurze Zeit später ein wüstes Gebrüll und ein Soundgewitter, dass dem gepflegten Hardrocker schon mal bange werden kann. Melodiös bleibt es aber allemal, und das schaffen nicht alle Brüll-Bands…
Meine Empfehlung richtet sich deshalb auch nicht an bestimmte Metal-Ohren, sondern an Aufgeschlossene, denen Schubladen egal sind und die lediglich unterscheiden zwischen „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“… Mir gefällt's!
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