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Richelieu and Mazarin: A Study in Statesmanship (European History in Perspective) Paperback – September 24, 2003
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- Print length192 pages
- LanguageEnglish
- PublisherPalgrave Macmillan
- Publication dateSeptember 24, 2003
- Dimensions5.48 x 0.47 x 8.46 inches
- ISBN-10033375400X
- ISBN-13978-0333754009
The Amazon Book Review
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From the Back Cover
Richelieu and Mazarin:
- adopts a broadly chronological approach, interspersed with passages at relevant points which compare and contrast the key achievements of the two Cardinals
- examines such central themes as the internal government of France, the ministers' conduct of foreign policy, and the nature of elite and popular resistance to their policies
- explores the political ideas and strategies of Richelieu and Mazarin, the relations between the ministers and the Crown, and the patronage they exercised
The book concludes with a comparative assessment of the significance of the two figures for the history of France.
About the Author
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Product details
- Publisher : Palgrave Macmillan; 2003rd edition (September 24, 2003)
- Language : English
- Paperback : 192 pages
- ISBN-10 : 033375400X
- ISBN-13 : 978-0333754009
- Item Weight : 10 ounces
- Dimensions : 5.48 x 0.47 x 8.46 inches
- Best Sellers Rank: #7,580,942 in Books (See Top 100 in Books)
- #432 in Political Bibliographies & Indexes
- #558 in Religious Bibliographies & Indexes
- #1,398 in Historical Bibliographies & Indexes
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Im ersten Kapitel erörtert Sturdy Aspekte, die bei einer Analyse von Richelieus und Mazarins Werdegang und politischer Tätigkeit berücksichtigt werden müssen: Die fragile Autorität der Krone während der Minderjährigkeit und Jugend Ludwigs XIII. und Ludwigs XIV.; die Ansprüche des Hochadels auf Teilhabe an der Regierung; die Funktionsweise von Staat und Verwaltung im Zentrum und in den Provinzen; das antiquierte Steuersystem und die daraus resultierende chronische Finanznot der Monarchie; das Verhältnis zwischen der Krone und Körperschaften wie den Parlamenten (Gerichtshöfen) und Ständeversammlungen. Die verwirrende Komplexität der politischen und administrativen Verhältnisse in einem Königreich, das von moderner Zentralstaatlichkeit noch weit entfernt war, verlangte von Richelieu und Mazarin ein hohes Maß an Flexibilität und "Managmentfähigkeit". Sturdy stellt klar, dass die beiden Kardinäle keine Modernisierer waren. Zu keinem Zeitpunkt hatten sie den Ehrgeiz, Verwaltung, Justiz und Finanzwesen grundlegend umzugestalten und qualitativ weiterzuentwickeln. Beide Minister arrangierten sich so gut es ging mit den historisch gewachsenen Strukturen, die sie vorfanden. Spätestens nach dem Eintritt Frankreichs in den Dreißigjährigen Krieg (1635) waren innenpolitische Reformen ohnehin nicht mehr möglich. Für ein Vierteljahrhundert, bis zum Pyrenäenfrieden von 1659, waren alle Anstrengungen der Monarchie darauf gerichtet, den Krieg mit den Habsburgern zu gewinnen. Wenn Richelieu gegen aufsässige Adlige vorging, dann nicht aufgrund eines vorgefassten "Planes", die Aristokratie zu disziplinieren und politisch zu marginalisieren. Sturdy betont immer wieder, dass viele von Richelieus Maßnahmen kontingenter Natur waren, also ein bloßes Reagieren auf Ereignisse und Vorfälle. Nach den Wirren während der Kindheit und Jugend Ludwigs XIII. war für Richelieu eine Stärkung der Monarchie vor allem in Hinblick auf die Lösung aktueller Probleme nötig. Die Zukunft spielte im Kalkül des Kardinals kaum eine Rolle. Die von der älteren Forschung postulierte Weiterentwicklung des französischen Staates hin zum Absolutismus hatte Richelieu nicht im Sinn.
Sturdy geht chronologisch und vergleichend vor. In den Kapiteln 2 bis 7 analysiert er Richelieus Karriere und politische Tätigkeit. Die Kapitel 8 bis 12 sind Richelieus Mitstreiter und Nachfolger Kardinal Mazarin gewidmet. Meisterhaft beherrscht Sturdy die Kunst, mit einem Minimum an Worten ein Maximum an Informationen zu vermitteln. Trotz seines knappen Umfanges ist das Buch ergiebig und erhellend. Was das Leben der beiden Kardinäle und das allgemeine historischen Geschehen angeht, so beschränkt sich Sturdy auf die wichtigsten Angaben. Einige Leitfragen strukturieren den Text: Wie vollzog sich der Aufstieg der beiden Kardinäle, welche Faktoren waren dabei im Spiel? Wie operierten Richelieu und Mazarin in dem politischen System, das sie vorfanden, und wie gelang es ihnen, sich so ungewöhnlich lange an der Macht zu halten? Welche Prioritäten hatten sie in der Innen- und in der Außenpolitik? Welche konkreten Leistungen sind ihnen anzurechnen? Angeschnitten werden auch Aspekte wie politische Patronage und Netzwerkbildung, Mäzenatentum sowie der Einfluss religiöser Überzeugungen und intellektueller Strömungen der Zeit auf das Politikverständnis der Kardinäle. Im dreizehnten und letzten Kapitel zieht Sturdy Bilanz. Mehrere Motive stehen dabei im Vordergrund: Richelieus und Mazarins Bemühen um stabile innere Verhältnisse und eine Stärkung der Monarchie war in erster Linie von den Erfordernissen der Außenpolitik bzw. des Krieges diktiert. Die Kardinäle wollten die Dominanz der Habsburger brechen und dadurch Frankreichs Sicherheit erhöhen. Für dieses Ziel nahmen sie enorme Kosten und Risiken in Kauf. Die wachsende Steuerlast führte immer wieder zu Revolten. Dennoch hielten beide Minister unbeirrt an ihrem Kurs fest. Als 1659 der Frieden mit Spanien geschlossen wurde, hatte sich Frankreichs außenpolitische Situation gegenüber früheren Zeiten deutlich verbessert. Die Habsburger waren nicht geschlagen, aber geschwächt. Darin besteht Richelieus und Mazarins wichtigste Leistung. Folgt man Sturdy, so spielten abstrakte Konzepte wie "Staat" und "Staatsräson" im Denken der Kardinäle kaum eine Rolle. Richelieu und Mazarin begriffen sich nicht als Diener des Staates, sondern des Königs. Ähnlich wie andere Prinzipalminister ihrer Zeit waren sie ganz vom Vertrauen der Monarchen abhängig. Sie waren Akteure in einem vormodernen, gering institutionalisierten politischen System, das von personalen Beziehungen getragen wurde. Gegen Kritiker und Feinde konnten sich Richelieu und Mazarin nur behaupten, weil Ludwig XIII. und Ludwig XIV. in entscheidenden Momenten zu ihnen hielten. Beide Minister waren keine "Revolutionäre", am allerwenigsten auf dem Feld der Innenpolitik. Richelieu erzielte nur einen nennenswerten Erfolg, die politische und militärische Neutralisierung der Hugenotten. Er starb, bevor seine Außen- und Kriegspolitik Früchte trug. Mazarin hinterließ Ludwig XIV. zwar weitgehend geordnete Verhältnisse, aber keine Instrumente, die dem jungen König absolutistisches "Durchregieren" ermöglicht hätten.
David Sturdys Studie ist eine exzellente Einführung in die politische Geschichte Frankreichs während der Amtszeit der beiden Kardinalminister. Das Buch ist sehr gut geeignet als Einstiegslektüre für alle, die sich intensiver mit Richelieu und Mazarin beschäftigen wollen. Besonders reizvoll ist das Buch, weil Sturdy die lange Zeit unerschütterliche Forschungsmeinung in Frage stellt, Richelieu und Mazarin seien die Schöpfer des Absolutismus gewesen, ja mehr noch, die Ahnherrn des modernen französischen Nationalstaates. Die Kardinäle waren Staatsmänner der Frühen Neuzeit. Sie betrieben dynastische Politik, keine nationale Politik. Sie dienten der Monarchie, nicht der Nation. Ähnlich wie Sturdys Buch über Ludwig XIV. ist auch diese Studie empfehlenswert als anregende Lektüre- und Diskussionsgrundlage für den universitären Seminarbetrieb.
